Hommage an den König: Eine asiatische Reise für Auge und Ohr, von Klassik bis Folk

Hommage an den König: Eine asiatische Reise für Auge und Ohr, von Klassik bis Folk

Sonntag, 06.10.2019, 19:30 Uhr

Hommage an den König
Eine asiatische Reise für Auge und Ohr, von Klassik bis Folk
So, 06.10.2019 19.30 Uhr
Tickets ab € 20,00


Von Nat Yontararak, Piano feat. Lukasz Kurzydlo, Schlagzeug und der Dance Company Christian
Communications Institute der Payap University


Am Sonntag, den 6. Oktober 2019 überrascht Ludwigs Festspielhaus mit einem außergewöhnlichen
Event und entführt das Publikum auf eine musikalische Reise in das Herz Asiens.
Thailändische Ausnahmekünstler präsentieren erlesene Werke aus ihrer Heimat von klassischen
Werken bis hin zur zeitgenössischen Folklore. Auf der Bühne zünden Tänzer und Trommler ein
rhythmisches Feuerwerk und erzählen uralte Geschichten aus dem alten Siam.
Eine Vielzahl der Meisterwerke wurden für extra Könige komponiert, welch besseren Ort gäbe es also,
als Ludwigs Festspielhaus, für solch majestätische Meisterwerke aus Musik und Tanz. Seit 2017 tourt
das Ensemble durch Europa, Russland und die Arabischen Emirate und trifft nun hier in Füssen auf
den bayerischen Märchenkönig und gleichgesinnte „Königstreue“.


Die Künstler
Nat Yontararak ist Thailands führender Pianist, eine der wichtigsten Persönlichkeiten der klassischen
Musik in Thailand und ist weltweit als Botschafter der thailändischen Musik unterwegs.
Łukasz Kurzydło ist ein führender polnischer Schlagzeuger, der in Polen viele großartige Künstler
hervorgebracht hat. Er begann seine musikalische Reise mit dem Cello, wechselte aber später zu
Schlaginstrumenten. Mit seinem starken klassischen Hintergrund ist er in der Lage, viele verschiedene
Stile von Jazz über Balkan bis hin zu Latein und Weltmusik miteinander zu verbinden. Er ist weithin für
seine Kreativität, Flexibilität sowie Präzision in seinem Spiel gelobt.
Das Christian Communications Institute (CCI) ist eine gemeinnützige Organisation, die sich zum Ziel
gesetzt hat, moralische und soziale Werte durch das Evangelium zu fördern. CCI verwendet alle
Kunstformen, um das Evangelium auf eine Art und Weise zu kommunizieren, die für die lokale
Bevölkerung leicht verständlich ist, und um Modelle für positive soziale Werte bereitzustellen.


Inhalt:
Glory To Our Great Kings
Ehre sei unseren Großen Königen

Die allererste thailändische Klaviersonate in der Geschichte der klassischen Musik in Thailand wurde
1995 anlässlich des Goldenen Jubiläums Seiner Majestät König Bhumibol Adulyadej des Großen
(König Rama IX.) komponiert. Der Komponist verwendet vier klassische thailändische Melodien, die
von früheren Monarchen der Chakri-Dynastie komponiert wurden, als Hauptthema jedes Satzes. Zu
diesen Melodien gehören Bulan Loy Luen (Schwebender Mond) von Seiner Majestät König Rama II;
Kluen Kratop Fang (Brechende Wellen), Ratree Pradap Dao (sternenklare Nacht) und Khamen La-or
Ong von Seiner Majestät König Rama VII. Zusätzlich werden sechs romantische Lieder verwendet, die
von Seiner Majestät König Rama IX komponiert wurden, um sich mit den ersten vier Melodien zu
verflechten, was für westliche Harmonie mit thailändischen Obertönen sorgt.
Der letzte Satz (Allegro ma non troppo) der Klaviersonate trägt einen thailändischen Titel, der "Lang
lebe der König" übersetzt. Es ist ein Rondo, das mit der Melodie von Khamen La-or Ong beginnt,
gefolgt von Maha Chulalongkorn, und dann zum ersten Abschnitt in einer höheren Tonart von As-Dur
zurückkehrt. Der nächsten Abschnitt beginnt mit der Melodie Yoong Thong (Goldener Pfau) vor der
Rückkehr des ersten Abschnitts in der originellen Tonart F-Dur. Abgerundet wird der Satz durch eine
Coda, in der Yoong Thong und Maha Chulalongkorn gegeneinander spielen, was zu einem
triumphalen und freudigen Abschluss führt. Yoong Thong und Maha Chulalongkorn wurden von König
Rama IX. komponiert als Hymne der beiden renommiertesten Universitäten Thailands, der
Thammasart Universität und der Chulalongkorn Universität. Studierende beider Universitäten kennen
die Hymnen auswendig.


Der Satz hat eine lebhafte Gesamtstimmung mit Hilfe der außerordentlichen pianistischen Techniken,
die teilweise die Klänge des thailändischen Gamelans (hauptsächlich aus Bronze gefertigte
Schlaginstrumente) imitieren. Maha Chulalongkorn ist die einzige Pentatonik-Komposition Seiner
Majestät König Rama IX. Es wurde von Khun Kru (Meister) Devaprasit Patayakosol für die
pentatonische Tonleiter transkribiert und wurde im Jahr 1954 - dem Geburtsjahr des Komponisten- auf
Wunsch des verstorbenen Königs vom Thai Pipat Orchestra vorgeführt.
Crystal Pheasant Music from Thai Classical tune “Soy Saeng Daeng”
Kristallfasan Musik aus dem thailändischen klassischen Stück “Soy Saeng Daeng”
Kritallfasan war Nats erste Komposition, die der Komponist 1987 am ersten Klavierabend im
Kassensaal des Kulturzentrums Thailands uraufgeführt hatte. Das Stück wurde im Rahmen der
Aufführung auf der königlichen Anweisung, beziehungsweise der offiziellen Eröffnung des
Kulturzentrums Thailands aufgeführt. Dieser historische Anlass war von der landesweiten
Fernsehausstrahlung in Anwesenheit Seiner Majestät König Bhumibol Adulyadej des Großen (König
Rama IX.) geprägt, der die Veranstaltung präsidierte.


"Kristallfasan" ist ein mystisches Lebenwesen aus der Geschichte von "Phra Lor". In dieser
Geschichte wurde Kristallfasan verwendet, um den Protagonisten Phra Lor zu locken Wie es hieß, war
der Fasan so schön und faszinierend für diejenigen, die ihn ansahen. Die Schönheit dieses
mystischen Lebenwesens wird durch Musik dargestellt. Der Komponist setzt eine Variationsform ein,
um das Publikum durch verschiedene Blickwinkel zu führen, damit es diese Schönheit hautnah
betrachten kann.



Suite für Klavier und Schlagzeug „Der verlorene Sohn“
begleitet von der thailändischen Volksdrama-Aufführung „Likay“


Die Komposition ist von einem biblischen Bezug inspiriert, und zwar der Parabel „Der verlorene Sohn“
(Lukas 15: 11-31). Es ist in 4 Teile unterteilt - Leben, Wahrheit, Buße, Versöhnung - mit dem Klavier
als Hauptinstrument, begleitet von einer thailändischen Trommel "Tapon" und anderen
Schlaginstrumenten, um den dramatischen Aspekt des Stücks zu verstärken. Das thailändische
Volksdrama „Likay“ ist bekannt für seinen spielerischen Dialog unter den Darstellern. Bei dieser
Komposition stellt der Komponist jedoch die alte Tradition in Frage, indem er Likay in Form einer
Ballettaufführung darstellt und das Erzählen ausschließlich der Musik überlässt.
1. Leben
Dieses Stück beginnt nach einer Likay-Tradition mit einer Ouvertüre namens Wa, gefolgt von Pleng-
Ork-Kaek oder einem einleitenden Lied für Likay. Wa Ouvertüre wiederholt sich, um die Charaktere
von Vater und Tochter - die ältere Schwester - vorzustellen. Diese beiden erwägen gemeinsam die
Schönheit und Harmonie ihrer Familie. Dann wird der verlorene Sohn mit seinem eigenen Titellied von
Kra-tai-ten (dem tanzenden Kaninchen) vorgestellt. Es ist ein sehr spielerisches Musikstück. Sein
Eintritt ist ein fröhlicher Anblick der Szene, bis er zu lügen anfängt, dass er zum Studium in die ferne
Stadt geht. Dann bittet er seinen Vater um seinen Anteil am Erbe. Seine Schwester widersetzt sich
offen der Idee, aber der Sohn ist wütend und missbraucht sie körperlich. Schließlich muss der Vater
nachgeben und ihm geben, was er will. Die Szene endet mit dem glücklichen und zufriedenen jungen
Mann, der nicht warten kann, die Welt zu erkunden.
2. Wahrheit
Die Szene beginnt mit einer Kurtisane, die ihre eigene Schönheit bewundert. Sie stellt sich vor, wie sie
einen reichen Mann dazu bringen kann, ihr Diamanten und Schmuck zu verschenken. Die Melodie
des Liedes von Loy-krathong wird als grundlegendes Thema verwendet. Dieses Lied erzählt vom Loykrathong
Fest, das jedes Jahr die Gnade der Wassergöttin feiert, die Thailand segnet. Obwohl es für
die Göttin des Wassers gedacht ist, benutzen viele junge Paare diese Gelegenheit, um ihre
thailändische Version des Valentinstags zu feiern. Die süße Melodie von Loy-Krathong entwickelt sich
langsam zu einem festlichen Kinnaree-Ron. Der verlorene Sohn kommt und wird gesehen, wie er mit
der Kurtisane in Beziehung tritt. Zu diesem Zeitpunkt bringt die Dame mehr Freunde zur Party mit und
fordert den verlorenen Sohn dazu auf, mehr und mehr von seinem Vermögen für sein Vergnügen
auszugeben, bis alles verschwunden ist. Das Lied von Loy Krathong wird in verschiedenen Formen
vorgeführt, auch im Jazz-Stil. Dieses Stück endet mit einem solch schmerzhaften Ruf zur Realität für
den verlorenen Sohn. Nachdem das ganze Vermögen ausgegeben ist, sieht er nun die Wahrheit des
Lebens.
3. Buße
Die Szene beginnt mit dem verlorenen Sohn, der versucht, sein armes Schicksal in einem fernen Land
zu meistern, ohne dass sich jemand um ihn kümmert. Eine Melodie von Kaek-Pattani erklingt nach
einer rührenden Einführung, gefolgt von Thorani-Kan-Saeng („Tränen der Erde“) im Mittelteil. Das
letztere Lied spiegelt die Traurigkeit und das Bedauern im Herzen des verlorenen Sohnes wider. Der
Sohn eines reichen Mannes füttert sich und frisst jetzt mit Schweinen auf einem Bauernhof am Ende
der Welt. Diese Szene endet damit, dass der verlorene Sohn seine Sünde bereut und beschließt,
nach Hause zurückzukehren, um seinen Vater um Vergebung zu bitten.
4. Versöhnung
Zur Melodie von Dom-kai reist der verlorene Sohn mit schwerem Herzen nach Hause, weil er nicht
weiß, ob er willkommen wäre. Er kommt nach Hause. Die Melodie wechselt zu Prachao-Loytaad-
Song-Chan. Nachdem ihm der Vater vergeben hat, beginnt das Fest und die Melodie wechselt zu
Prachao-loytaad-chan-diew. Als die Schwester es jedoch herausfand, war sie wütend und dachte,
dass der Vater sie nicht so viel liebt wie ihren Bruder. Erst nachdem der verlorene Sohn seine
Schwester um Vergebung gebeten hat, wird ihm vergeben. Die Harmonie in der Familie wird dann mit
der Melodie von Yokee-tawai-fai in einem freudigen Happy Ending wiederhergestellt.


Siam Sonate


Die Siam Sonate ist eine Komposition, die Seiner Majestät König Bhumibol Adulyadej anlässlich
seines fünfundsiebzigsten Geburtstags gewidmet wurde.
Die Siam Sonate verbindet die jeweils einzigartige Identität der vier Regionen Thailands in einer
Soloklaviersonate. Die Komposition gliedert sich in vier Sätze, beginnend mit der Zentralregion,
gefolgt vom Nordosten, dem Norden und endend mit dem Süden. Die Bräuche, Traditionen und
Sprachen jeder dieser Regionen stehen für den Geist der thailändischen Kultur. In der Vielfalt finden
wir die Kraft der Einheit, welche der Schlüssel zum Wohl des Landes ist. Diese Komposition
symbolisiert die Harmonie unserer Liebe zu unserem Heimatland und wird dem König, welcher als
höchstes Wesen von allen Thailändern verehrt wird, präsentiert.
Der Nordosten (Allegretto Scherzando )
Dieser Satz, der mit „Ho Sam La“ (drei Salute), gefolgt von „Toey Sam Changwa“ (drei Takte des
Toey Liedes), beginnt, imitiert den Klang eines Kaens. Das ist ein traditionelles Windinstrument dieser
Region. Die ersten zwei Abschnitte eröffnen den Satz, wobei der zweite ein Zusammenspiel zweier
voneinander unabhängiger Teile ist, wobei die rechte Hand mit der linken wetteifert. Dieser Mittelteil ist
in Dur gehalten und erinnert an die sanfte und aufrichtige Art der Menschen aus dem Nordosten. Der
dritte Abschnitt des Toey kommt während des letzten Refrains mit hinein, dessen Verspieltheit zum
einen einem nordöstlichen Tanz nachempfunden ist, und zum anderen das lebhafte und fröhliche
Wesen der Thailänder symbolisiert.
Somewhere, Somehow (dt: Irgendwo, irgendwie) Seine Majestät komponierte zuerst die Melodie
für „Irgendwo, irgendwie“ und bat dann Seine Hoheit Prinz Chakrabhandh Pensiri, den englischen
Liedtext zu schreiben. Der thailändische Liedtext von „Freude“, welches mit dem Wort „Traum“
übersetzt wird, verfasste Herr Sriswad Pichitwarakarn.

Anne Roth
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